Tallships Race 2015 Belfast – Alesund – Kristiansand – Aalborg

     

Belfast – Alesund – Kristiansand – Aalborg 

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Belfast, das sich nach 1991 zum dritten mal um die Austragung der Windjammer-Regatta beworben hatte, wurde vor 2 Jahren als Starthafen ausgewählt. Wie sich zeigt, war es eine gute Wahl, nicht nur dass  für die Crews diesmal wirklich ein kulturelles Rahmenprogramm entwickelt wurde, auch die Shuttlebuse zwischen den leider recht weit auseinander liegenden Hafenbecken fahren tatsächlich.

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Obwohl sich traditionsgemäß das Wetter vor dem  großen Abschlussfeuerwerk verschlechterte hoffen nun alle dass der Wind, der den Regen gebracht hatte, durchhält um am Montag, dem 6. Juli die Flotte der 70 Windjammer (Klasse A), Schoner (Klasse B) und Yachten Klase B und C)  nicht ueber die 1,5sm lange Startlinie treiben zu lassen. Gut 60sm nördlich von Belfast in der Nähe von Portrush will Paul Bishop, der langjährige Regattadirektor die Segler  am Montag, dem 6.Juli gegen Mittag auf die 500sm lange Regattastrecke nach Aaleund in Norwegen schicken. Die meisten der großen Rahsegler, wie Guayas, Christian Radich, Soerlandet und  Alexander von Humboldt II werden im Anschluss an die Regatta im August in Rostock, Bremerhaven und Amsterdam, bei den großen Sails zu bewundern sein.

 

Für Insider gibt es hier eine kleine Sensation zu bewundern, Seite an Seite liegen die die beiden Wyverns, die eine, als Jugendprojekt in Bremen als Replik gebaut, die andere, das Original, vor über 100 Jahren von Colin Archer entworfen, vor 2 Jahren gesunken, geborgen, restauriert und  nun wieder im Rennen.

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Der nächste Bericht wird aus Norwegen kommen, mit vielen Eindrücken von Bord der Guayas, dem Segelschulschiff aus Ecuador, dessen Crew gleich zu Beginn von der veranstaltenden STI für ihre tolle Folkoreshow mit Preisen bedacht wurde.

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Text und Fotos – Herbert H. Böh_MG_9407bm

Hafengeschichte und – Geschichten Tallymann un Schutenschubser

Hafengeschichte und – Geschichten                Tallymann un Schutenschubser

Ein Stück, entwickelt mit ehemaligen Hafenarbeitern, dem Hafenmuseum und dem Ohnsorg – Theater, das man unbedingt besuchen sollte!

 

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Nein, so richtige Arbeiter sind sie nicht, die 5, die aus ihrem Leben im Hamburger Hafen berichten. Aber erzählen können sie, die sog. „Hafensenioren“. Da man bekanntlich nur das sieht was man weiß, führen sie im Alltag Besucher durch die faszinierende Schausammlung des Hafenmuseums in den 50er Schuppen des ehemaligen Hamburger Freihafens.

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Dabei scheint vor 1 1/2 oder 2 Jahren die Idee greift zu sein, diesen lockeren Berichten eine Form zu geben und die schon lange geplante Zusammenarbeit mit dem Ohnsorg – Theater damit zu verbinden. Die fünf  Erzähler wollten eigentlich alle zur See, auf Schiffen arbeiten, geschafft hat es nur Rolf Hartz, der harte Jahre in der Fischerei hinter sich hat und nun als Hamburgs letzter Netzmacher die Netze in Golfclubs flickt. Heinrich Altsteadt arbeitete sich vom Quartiersmann, und Tallymann zum Schiffsmakler hoch und veröffentlichte inzwischen 5 Bücher über seine Zeit im Hafen. Gerd Metscher war ein angesehener Ewerführer und Jan Jalass gehört zu Eignern von Schleppern die u.a. Schuten zu den Lagerhäusern der Speicherstadt brachten. Jockl Hoffmann entspricht vielleicht am ehesten dem Klischee des Hafenarbeiters, der den Wandel der Arbeitswelt bis zum Schluss erlebte, von der Arbeit im Laderaum eines Frachters mit Stückgut bis zum Bewegen der Container mit Hilfe von  riesigen Van – Carriern.  Alle berichten sie über den Wandel der maritimen Arbeitswelt. Wie in roter Faden zieht sich das Löschen von Rohkaffee durch den Abend: benötigte um 1970 eine Gruppe (Gang) von Hafenarbeitern noch eine ganze Schicht um 120t davon zu entladen,  heute schafft ein Kranführer dieselbe Menge in 6 Container verpackt in 15 Minuten. Obwohl die Arbeit vor der Containerisierung bestimmt nicht leicht war, so schwingt doch immer ein gehöriges Quantum Wehmut mit, über eine Welt die noch nicht durchrationalisiert war und Platz hatte für menschliche Schwächen. Menschliche Schwächen finden sich allerdings zu Hauf in der Berichterstattung einer Hamburger Zeitung, die schreibt, dass „Ewer Schuten durchs Wasser geschubst haben“, oder dass „Jan Jallass Hafenschlepper“  wurde – literarische Bilder, die einer gewissen Komik nicht entbehren.

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Ursula Richenberger, die Leiterin des Hafenmuseums fand begeisterte Mitstreiter in Cornelia Ehlers, der Dramaturgin des Ohnsorg – Theaters und in Michael Uhl als Regisseur, der bei der Vorbereitung des Stückes mehr als 30 Stunden Tonbandaufzeichnungen sammelte.

Gespielt wird an allen Wochenende seit dem 13. Juni bis zum 18. Juli und nach den Theaterferien wieder vom 13. September bis zum 4. Oktober. Der spannende Theaterabend beginnt um 18.00. Eine Barkasse, mit der noch vor 40 Jahren tausende von Hafenarbeitern  von Vorsetzen zu ihren Arbeitsplätzen fuhren, bringt heute die Zuschauer von der Überseebrücke zur Spielstätte im Kopfbau des Hafenmuseums Schuppen 50A. Im Eintrittspreis von 20€ ist dieser stimmungsvolle Hafentörn bereits enthalten – tatkräftig gesponsert von Barkassen – Meyer.

Karten: Ohnsorg –Theater, Tel.: 040 – 35 08 03 21 kasse@ohnsorg.de

Text und Fotos Herbert H. Böhm

3. Elmshorner Schippertreffen 2015

Fast hätte man am ersten Juniwochenende glauben könne, nun sei der Sommer auch in Norddeutschland angekommen. Doch der strahlende Sonnenschein täuschte, die Temperaturen waren alles andere als sommerlich. Vielleicht war dies der Grund warum sich der Besucherstrom zu Elmshorns historischem Hafen an der Krückau in überschaubaren Zahlen hielt. Die, die nicht kamen hatten jedenfalls einiges verpasst.  Die beiden Ewer Frieda und Auguste sowie die Replik Anna von der Lühe erinnerten an die große Zeit der Frachtschifffahrt in Elmshorn, die Meta von Cranz, eine Vollenhovense Bol und als Yacht genutzte Schokker  ergänzten das farbenfrohe Bild.     Jürgen Albers zeigte mit seiner Frieda wie noch vor 50 Jahren Ewer ihre Fracht mit Bordmitteln löschten. 

Dank der nahezu unverändert erhaltenen Jugendstil – Klinker – Bauten der Köllnflocken – Werke, dem Getreidefrachter Klostersande und den Traditionsseglern bot der Hafen ein Bild, das vor 50 oder 70 Jahren kaum anders ausgesehen hatte.

 

 Die Crew des 1898 in Elmshorn gebauten Giekewers Gloria, der hier vor einigen Jahren aufwendig restauriert wurde, nutzte das Abendhochwasser um ihren (zahlenden) Gästen die fast unberührte Flusslandschaft zwischen Elmshorn und der Elbe von ihrer schönsten Seite zu zeigen.

 

        

Text und Fotos Herbert H. Böhm

Johannes Holst in Altenwerder

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Fünfzigster Todestag des Malers und Seglers Johannes Holst, zu diesem Anlaß hat man in Altenwerder in die Kirche eingeladen und eine kleine, einmalige Ausstellung zusammengestellt.

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Holst hat wie kaum ein anderer Schiffe und See gemalt.
Durch seine Bilder von Kuttern und Ewern ist er natürlich auch  schon bis zu seinem Tode 1965 ein Gaffelfreund gewesen.
Seinem Chronisten sei ganz herzlich gedankt das er es geschafft hat so viele Bilder in den öffentlichen Raum zu stellen.

Text und Foto’s

Thees Fock

 

 

 

 

 

Rum Regatta 2015

DSC04941Hier ein paar Fotos von der Rum Regatta in Flensburg gestern.

Die Ergebnisliste zum Nachlesen ist nochmal hier hinterlegt:

Zieldurchgang Rum-Regatta-2015 korrigiert

Zunächst hieß es „The same Procedure as every Year“ – was dann auch nicht weiter ins dänische übersetzt wurde.

 

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Nach dem Start ging es vor dem Wind zur Wendetonne…

 

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Und dann mit vielen Kreuzschlägen zurück..

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In dem engen Revier kommt es dann schon zu vielen dichten Begegnungen. Aber das Motto der Regatta wurde von allen diesmal sehr Ernst genommen und die Regattaleitung konnte zum Glück „Keine besonderen Vorkommnisse“ melden

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Vielen Dank an die Crew der NOBILE das ich mit segeln durfte – Starkes Schiff – Tolle Crew – Wunderbares Segeln.

 

Text & Foto’s – Thees Fock

 

 

Die Freagtta „L´Hermione“ segelt in die USA

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Alles ist bereit!

Kinder schwenkten begeistert ihre Papierfähnchen mit den Farben Frankreichs und den Stars and Stripes der USA als die fast 66m lange Fregatte behutsam durch die enge Schleuse am Endes Hafens von La Rochelle bugsiert wurde. Nach dem recht schleppenden Beginn des Baus der Replik im Jahr 1997 nahm das Projekt 2007 „Fahrt“ auf.

Weitgehend den alten Bauplänen aus dem Jahr 1776 entsprechend überrascht die Fregatte auch heute noch durch ihre guten Segeleinschaften, 10kn Durchchnittsgeschwindigkeit sind kein Problem. Für die nötige Stabilität sorgen 215 t Steine und Eisenballast. Wenn am 18. April Präsident Hollande das Schiff verlassen hat beginnt, nach einem kurzen Zwischentopp vor der Ile d ´Àix, der große Sprung über den Atlantik, immer im Kielwasser des Generals Lafayette, dem George Washington letztendlich den Sieg über die britischen Kolonialtruppen verdankte.

Text und Fotos Herbert H. Böhm

GSHW Newsletter März 2015

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Liebe Traditionsschiff-Enthusiasten,

im Anhang finden Sie / findet ihr den ersten GSHW-Newsletter dieses Jahres mit aktuellen Informationen sowie die Entschließung des Niedersächsischen Landtages zur Traditionsschifffahrt.

Newsletter sollen nun mehrmals im Jahr über die neuesten Entwicklungen berichten. Wir wünschen viel Interesse an der Lektüre.

Wer in mehreren Verteilern gelistet ist (GSHW, allships), wird die Mail mehrfach erhalten. Wir bitten um Verständnis zugunsten einer breiten Infobasis.

Fair winds,

Monika Kludas
GSHW-Kommunikationsbeauftragte

GSHW-Newsletter März 2015

Nds-Landtagsbeschluss_zur_Traditionsschifffahrt_Drs.17-3190

STAG – Jahreshauptversammlung 2015

STAG – Jahreshauptversammlung 2015

Wahrscheinlich hofften Vorstand der „Sail Training Association Deutschland“ und DSST  (Deutsche Stiftung Sail Training) auf eine unspektakuläre Jahreshauptversammlung 2015 nach den Turbulenzen des letzten Jahres. Nicht unberechtigt, war doch die STAG der Star der Internationalen Konferenz der STI (Sail Training International) in La Coruña. Die 2. Vorsitzende, Lena Mäkler wurde in den engsten Kreis der Entscheidungsträger als sog. Trustee berufen und leitet nun den Arbeitskreis „Großsegler“, zudem erhielt das „Deutsche Jugendwerk zur See – Clipper“ die Auszeichnung beste „Sail Training Organisation der Welt 2014 und Jochen Garrn für sein pädagogisches Geschick die Ehrung als „Bester Sail Trainer der Welt 2014“.

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Auf der Habenseite muss zweifellos auch verbucht werden, dass es Jörg Schinzer gelang in seinem ersten Jahr an der Spitze der STAG eine behutsame Kursänderung einzuleiten: weg von der Fokussierung auf die „Alexander von Humboldt“ hin zu mehr Hilfen für die anderen Schiffe, die ebenfalls Mitglieder der STAG sind, wie Astarte und Roald Amundsen. Auch Wahlen zur Besetzung der Gremien liefen reibungslos, erfreulich, dass der oben erwähnte, durch seine Bücher und faszinierenden  Tauwerksseminare bekannt gewordene Jochen Garrn in den engeren Führungskreis gewählt wurde. Man möchte eigentlich schreiben erst bei der Beratung des Haushaltes platzte die Bombe, doch eigentlich war es mehr betretenes Schweigen, als nach Fragen bekannt wurde, dass die Alexander von Humboldt II nicht mehr oder in Kürze nicht mehr der Deutschen Stiftung Sail Training gehören würde. Sie ist dann im Besitz einer GmbH, in der die Kreditgeber der Baukosten (15 Mio. €) ihre Interessen bündeln und die DSST bis auf weiters nur als Betreiber fungieren wird. Auch wenn die DSST das Schiff in einer Art Bareboat – Charter praktisch schuldenfrei übernimmt, so bleiben doch die Auslastungs- – und Konzeptprobleme bestehen – wie nicht wenige Anwesende meinten.

So gilt es nun, durch verstärkte Mitgliederwerbung während der großen maritimen Veranstaltungen wie Hanse Sail und Sail Bremerhaven, neue Mitglieder zu werben und für das Segeln auf den deutschen Traditionsseglern zu begeistern.

Text und Fotos: Herbert H. Böhm

 

 

Bergens Küstenkultur – Die Fortsetzung in Rostock.

Gründung einer Stiftung zum Erhalt traditioneller Schiffe und Vermittlung traditioneller Seefahrt

 

Die Taufe und den Stapellauf eines traditionellen Hardanger – Fjordbootes ist nicht alltäglich aber das alles noch dazu in Deutschland ist schon bemerkenswert.

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Was  die Organisationen des Küstenkultur Netzwerkes in Norwegen auf nationaler Ebene leistet, das haben die Schifffahrtsmuseen des frischen Haffs in Polen und das Hardanger Fartøvernsenter im norwegischen Norheimsund sowie das Direktorium für Kulturelles Erbe in Oslo auf zwischenstaatlicher Ebene angepackt. Dritter im Bunde ist das Rostocker Schifffahrts-und Schiffbau-Museum. Hier entstand unter der Leitung eines norwegischen Schiffsbauers ein traditionelles Fjordboot, das am Ende der 24. Hansesail den Namen „Fjord“ erhielt. Waren die norwegischen Fachleute für den Rumpf und die weiteren Holzarbeiten verantwortlich, so steuerten die polnischen Wissenschaftler Segel und Tauwerk bei. Ziel dieser langfristigen Zusammenarbeit ist die Entwicklung von standardisierten Methoden zur Vermessung und Dokumentation historischer Schiffe sowie die Ausbildung von Fachleuten in traditionellen Handwerkstechniken, um zum einen das Wissen zu erhalten, zum anderen mit diesem Wissen historische Schiffe fachgerecht zu restaurieren. Gleichzeitig werden Kinder und Jugendliche an weitere Projekte herangeführt.

 

In seiner kurzen Ansprache verkündete Rostocks seine Absicht anlässlich der 25. Hansesail 2015 Rostock mit Hilfe einer gemeinnützigen Stiftung  zu einem Zentrum maritimer Traditionspflege zu machen.

Herbert H. Böhm